Digitale Engel beflügeln die Heilung
Der Verein „Kinderschutzengel e.V.“, unter der Leitung von Jacqueline Boy hat es sich zur Aufgabe gemacht, schwer kranken und bedürftigen Kindern zu helfen. Das Ziel besteht darin, nicht nur den betroffenen Kindern, sondern auch tatkräftig und mit viel Herz den beteiligten Familien beizustehen. Das ehrenamtliche Engagement geht jedoch weit darüber hinaus. Die Kinderschutzengel helfen verletzten Kindern aus Kriegs- und Krisengebieten bei der medizinischen Versorgung. Religion, Geschlecht und Herkunft sind hierbei nebensächlich. Das Wohl steht im Vordergrund.
Das momentan aktuellste Projekt ist unter dem Titel „PC am Krankenbett“ bekannt. Viele Kinder liegen wochenlang isoliert von ihrem normal gewohnten sozialen Umfeld in ihren Betten und müssen sich in dem Krankenhausalltag zu Recht finden. Was dabei auf der Strecke bleibt, ist der gewohnte Umgang mit den Freunden aus der Nachbarschaft und der Schule. Diese Kinder haben kaum eine Möglichkeit am alltäglichen Schulgeschehen teilzunehmen, was wiederum die Regenerationschancen mitunter mindern kann, denn wenn sich ein Kind, trotz Krankheit einigermaßen wohl und sicher fühlt, sind die Genesungsaussichten meist auch höher. Daher hat Frau Boy und ihr Team beschlossen, das Schulzimmer in das Krankenzimmer zu holen, und wie sollte es 2009 anders sein – in Form von Datentransfer und Webcams. Zu fest verabredeten Zeiten, welche mit den behandelnden Ärzten und dem Klassenlehrer abgesprochen werden, wird das Kind via Skype in den Klassenraum geschaltet und hat somit zum Einen die Möglichkeit seine Mitschüler wiederzusehen und zum Anderen dem Unterricht für ein paar Stunden zu folgen. Dies fördert nicht nur die Abwechslung, sondern auch die Wiedereingliederung in die spätere Klassengemeinschaft.
Zum ersten Mal startete dieses Projekt im Berliner Herzzentrum, wo unter anderem die herzkranke 10-jährige Sandra betreut wird. Sie ist eines der Kinder, die lange nicht aus dem Krankenhaus heraus kommen werden. Das benötigte Equipment, wie Laptops und Webcams werden über den Verein gestellt und dadurch hatte Sandra schon vor einigen Wochen die Chance, ihre Klasse komplett wieder zusehen.

Wir wünschen uns, dass dieses Projekt Sandra und allen anderen Kindern wieder ein Stück Normalität in ihre Welt bringen kann und hoffen, dass es viele Interessierte gibt, die diesen Verein tatkräftig bei seiner Aufgabe, die Medien zu nutzen um mehr Lebensqualität bei kranken Kindern zu erreichen, unterstützen möchten
Kayser van Zoonen

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